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Spielwarenfabrik – Kettenreaktion
photo-animated audio/video installation, 3-part, 4K, 16:9 format, 9:50 min,
Hubert Blanz, 2025
Kettenreaktion
Katharina Ehrl
Der Titel der Serie Spielwarenfabrik ist ein Codename – einst für das größte Panzerwerk des Zweiten Weltkrieges – in diesem Fall aber für die Rüstungsindustrie an sich, die im Zuge der aktuellen Kriege wieder präsenter in der Politik und den Medien ist. Unsere Gegenwart ist geprägt von geopolitischen Unsicherheiten und der öffentlichen Debatte: Braucht es Aufrüstung, um Frieden zu sichern?
Grundlage für die 3-teilige fotoanimerte Audio-/Videoinstallation mit dem Titel Spielwarenfabrik – Kettenreaktion sind Spritzgussrahmen aus dem Modellbau. Auch wenn man mit diesen Spielwaren
wohl in der Regel eher Freude, Unbeschwertheit und kindliche Fantasie
verbindet, waren diese Modellbauflugzeuge überwiegend Militärflugzeuge wie der Eurofighter oder auch Modelle aus dem Ersten und Zweiten
Weltkrieg, die dann die Kinderzimmer dekorierten.
Die als 3-teilige Installation konzipierte Animation fokussiert sich
insbesondere auf die industrielle Produktion dieser Modelle im Kontext des
aktuellen Weltgeschehens. Die auf den Monitoren präsentierten Filmsequenzen veranschaulichen drei Fließbänder. Durch die kontinuierliche, monotone Bewegung der Gussäste von links nach rechts wird der industrielle Produktionsprozess als
Transferstraße veranschaulicht. Auch die Verbindungsrohre zwischen den Monitoren verkörpern diesen Aspekt und erweitern dadurch den Produktionsstrang räumlich. Der grüne Farbton soll auf die Darstellung bei Nachtsichtgeräten verweisen. Deren Erfindung ist ebenfalls auf die militärische Überwachung in der Luftverteidigung zurückzuführen.
Auch der begleitende Soundtrack ist von der Nacht, dem Zirpen der Grillen und
den Geräuschen im Wald geprägt. Hinter dieser Idylle verbirgt sich aber eine Komposition mit Geräuschen aus Fabriken, Aufnahmen beim Scannen und Durchleuchten, auch die in den
Spritzgussrahmen befindlichen Schuss- und Explosivwaffen kommen akustisch in
diesem Klangteppich zum Einsatz.
Abstract von Katharina Ehrl aus: Spielwarenfabrik.
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