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hubert blanz
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level
five
Audio-/Videoinstallation, 7-teilig, jeweils
330 x 248 cm, 12:05 min, O.K Centrum für Gegenwartskunst
Linz, Hubert Blanz, 2005
In urbane Zwischenwelten und an irreal
anmutende Orte führt die künstlerische Arbeit von
Hubert Blanz, dessen Medieninstallationen stets vor dem
Erfahrungshintergrund seiner vielschichtigen Soundexperimente
entstehen. Dabei interessiert ihn die extreme
Künstlichkeit besonderer räumlicher Situationen, wie
etwa von öffentlich zugänglichen Passagen,
Warteräumen oder Transitzonen, die der Anthropologe Marc
Augé als „Nicht-Orte“ beschrieb. Einerseits
in der urbanen Welt angesiedelt, und dennoch exterritorial
– auf spezielle menschliche Bedürfnisse wie
Beschleunigung und Mobilität zugeschnitten, und dennoch
artifiziell technoid wirken solche Bereiche.
Darüber hinaus generiert Blanz in
seinen fotografischen Werken und Videoarbeiten virtuelle
Architekturen und utopisch anmutende Stadtlandschaften von
suggestiver Plastizität. Deren visuelle Grundelemente
allerdings entstammen der Mikrowelt von Elektronikbauteilen.
Aus dem Rohmaterial von Leiterplatten und mit Schaltkreisen
ausgestatteten Trägerelementen formt Hubert Blanz
Raumkonstellationen, die begleitet von dramatischem
elektronischem Sound mit der Kamera überflogen werden.
Eine wie ein Filmszenario gestaltete Videoarbeit –
„digital surroundings“ aus dem Jahr 2001 –
beispielsweise hinterlässt den Eindruck eines hektisch
dahinrasenden Helikopter-Flugs über eine futuristische
Metropole.
Stets versucht Hubert Blanz, Gefühle
des Ausgesetztseins, der sozialen Destabilisierung oder der
örtlich-räumlichen Entfremdung zu evozieren, wobei er
sich auch real existierenden Architekturen annähert und
deren Design als Basis für seine mehrteilige und begehbare
Video-Sound-Installationen verwendet. In der für die Reihe
O.K spektral konzipierten Installation „Level Five“
fokussiert Blanz die vereinsamt wirkenden Gänge in einem
Krankenhauskomplex. Nach längerer Suche nach Räumen,
welche die Parameter des Transfers, des Zwischenaufenthalts und
der Wartezone repräsentieren, stieß er auf die
Innenarchitektur des monumentalen Gebäudekomplexes des
Allgemeinen Krankenhauses (AKH) in Wien. Trotz durchgehend
farbigen Leitsystems erinnern dessen endlos erscheinende
Gänge an eine hermetische von Orientierungslosigkeit,
Isolation und immer wieder auch von Menschenleere geprägte
Raumkonstellation.
Lediglich durch vereinzelte vorüber
streichende schattenhafte Körper, sowie die mit den
Bild-Projektionen verschaltete Sound-Komposition wird der
labyrinthisch wirkenden Visualisierung aus nebeneinander und
gegenüber liegenden Bildern etwas Menschliches
eingeschrieben. Es werden jedoch kaum konkrete Stimmen
hörbar. Vielmehr bilden Machinengeräusche,
Fahrstuhlansagen, Ventilatoren- und Atemgeräusche, wie
auch aus dem Operationssaal kommendes das psychosoziale
Klangbild der Installation, wobei die einzelnen Soundpartikel
in Harmonien und Akkorde übersetzt werden und deren Tempo
und Rhythmik annäherungsweise der menschlichen
Gehgeschwindigkeit durch die Spitalsgänge entspricht. Die
Kombination bewegten und statischen Bildmaterials
verstärkt die räumliche Dimension dieser begehbaren
Video-Soundinstallation.
Roland Schöny
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