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hubert blanz
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information
sluice
Audio-/Videoinstallation, 13:15 min,
Hubert Blanz, 2003
`Being Hubert Blanz´
Wahrnehmung ist eine Frage des
Standpunkts und damit des Verhältnisses von Beobachter und
beobachtetem System. Diese endophysikalische Erkenntnis mag
zwar als abstrakter philosophisch-wissenschaftlicher
Sachverhalt bis zu einem gewissen Grad objektivierbar und damit
beschreibbar sein, ist im allgemeinen jedoch im Akt der
unmittelbaren Wahrnehmung dem wahrnehmenden Subjekt
unzugänglich weil im Affekt der eigentlichen Vorgänge
simultan nicht in allen Parametern bewusst abstrahierbar. Die
Welt von Innen zu erschließen ist jedoch im Sinne einer
kontemplativen Annäherung an die allgemeinen Sachverhalte
Inhalt und emotionles Versuchsfeld der Arbeit von Hubert Blanz
mit dem Titel `information sluice´. Die mannigfaltigen
Verstrickungen des kognitiven Verarbeitungsapparates
während des Wahrnehmungsvorgangs, die notwendigerweise
eine ungeahnte Vielschichtigkeit an physischen sowie
psychischen Vorgängen im Unterbewusstsein auslösen,
werden dabei von Blanz nach imaginierten Vorstellungsbildern
gescannt. Exemplifiziert im individuellen Referenzrahmen eines
Suchvorgangs in der hypertextuellen Struktur des World Wide Web
löst ein Strom von Wortfetzen und Bildfragmenten visuelle
und phonetische Assoziationsketten aus. Diese führen zu
einer überwältigenden Vielstimmigkeit an
Eindrücken, die sich, seriell montiert, in der oben
beschriebenen Form einer aktiv reflektierten Wahrnehmung
entziehen, um sich schlussendlich nach abermaliger
Beschleunigung des Prozesses zu einem polyphonen Bildrauschen
zu vedichten.
Um nun als externer Beobachter
(Exo-Blanz) die Perspektive eines im System befindlichen
Akteurs (Endo-Blanz) zu gewinnen, muss dieser notwendigerweise
selbst Teil des beobachteten Referenzuniversums werden. Blanz
sorgt für die Zugänglichkeit zu seinem Universum
mittels einer Röhre, die allerdings, wie sich bald
herausstellen wird, nicht wie im Sinne eines Interface am
anderen Ende eine neue Endo-Perspektive freigibt, sondern den
durch die Röhre Gleitenden in verheissungsvoller Erwartung
verharren lässt. Diese Gleitfahrt ist es jedoch, die zum
eigentlichen Ereignis der Wahrnehmung wird. Wir betrachten
gewissermaßen einen Bildschirm, der nicht etwa eine
Interface-Objektivität sondern vielmehr im Akt permanenter
Selbstüberholung (Überhitzung) hyperbolische
Subjektivität veranschaulicht. Die psychedelische
Gleitfahrt durch das röhrenförmige Interfacemedium
wird in reflexiver Umkehrung der generischen Ausgangsbasis
gewissermaßen zum informativen Overkill des Gleitenden,
der auf seinem Erkundungstrip durch’s Blanz’sche
Universum ganz ohne Vorwarnung sich selber überlassen auf
seine eigene Wahrnehmungswelt zurückgeworfen wird.
Diese Erfahrung wird somit zur
`Teppichvision´ des Medienjunkies.
Wolfgang Fiel, Wien 2004.
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