hubert blanz
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Monokultur, Four Elevators
Fotoarbeiten, Hubert Blanz, 2006/2007

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Die Arbeit von Hubert Blanz ist Ergebnis seiner Auseinandersetzung mit der Infrastruktur von Netzwerken und räumlichen Rastern. Für derartige „Protokolle“ neue Codes zu generieren ist die Grundlage seiner Bildsprache. Bei erster Annäherung mag uns diese Bildsprache vertraut, bekannt vorkommen. Sie könnte als naturalistisch bezeichnet werden, als Ausdruck einer konkreten Erfahrungsrealität, die zwar durch einen Prozess selektiver Aneignung determiniert worden ist, aber dennoch Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt. Der Code, die Kombinatorik der einzelnen Bildelemente unterliegt jedoch dem manipulierenden Zugriff ihres Créateurs. Getrieben durch sein Interesse an räumlichen Organisationsformen bedient sich Blanz eines Materials, das als Ergebnis minutiöser Kartografie mit Berechtigung den Anspruch auf lexikalische Vollständigkeit erheben kann, dazu im Widerspruch dennoch Ausdruck individueller Obsession ist. Die Wahl des Beobachtungsrahmens obliegt dem Kartografen, das dokumentarische Fixieren der Beobachtungsgegenstände erfolgt nach streng formalen Kriterien und daher lückenlos.
Im gegebenen Fall handelt es sich um die fotografische Dokumentation aller Fassadenansichten der Bebauung  Manhattans sowie der Brückenbauwerke aller Verkehrsknoten des Wiener Autobahnrings jeweils aus der Sicht des Fußgängers. Blanz bleibt dieser Perspektive beim Vorgang der Bildmontage treu. Er verstrickt den Betrachter meisterhaft in die Ambiguität der alternierenden Erfahrung kurzzeitiger Orientiertheit und der Störung vorbewusster Wahrnehmung im Rahmen des „automatisierten“ Vorgangs räumlicher Koordination. Die Bildrealität erscheint uns dadurch real und konstruiert gleichermaßen. Er weist dem Betrachter die Rolle eines integrierten Akteurs zu, indem er beispielsweise durch das allseitige Schließen der umbauten Kubatur (Standfläche und Dach der Gebäude werden ebenfalls als Fassaden behandelt) in uns den Eindruck hervorruft, vollkommen in den Bildraum eingetaucht zu sein. Diese Immersion in die prozessuale Zirkularität städtischer Infrastruktur kann vielleicht mit der Interaktion verglichen werden, die zwischen gebanntem Spieler und einem nach dem Rotationsprinzip funktionierenden Münzautomaten besteht: Die Aura dieses mit dem Münzeinwurf initiierten Vorgangs verliert durch die perpetuierte Erwartungshaltung des Akteurs ihre zeitliche Bestimmung.

Wolfgang Fiel, Wien Februar 2007.
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